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FDP Tornesch

18.02.2010

Machtkampf in der FDP: Thormählen schmeißt Brocken hin


 

18. Februar 2010 | 00:20 Uhr | von Christian Brameshuber

TORNESCH. Peter Thormählen gegen den Rest der Tornescher FDP-Welt: In der Partei hat es geknallt - und zwar gewaltig. Das politische Erdbeben hat ein Opfer gefordert: Thormählen schmeißt die Brocken hin, legt sein Mandat im Rat nieder und tritt aus der Partei aus. "Das ist keine Kurzschlusshandlung, sondern das logische Ergebnis einer seit Monaten schleichenden, inneren Verabschiedung", sagt der 65-Jährige.

Er will nicht nachtreten, keine dreckige Wäsche waschen. Seine Kritik richtet sich aber eindeutig gegen Fraktionschefin Ursula Eßler, vor allem gegen deren Führungsstil. "Sie ist zu harmoniesüchtig. Man muss auch mal klare Kante zeigen. Es nicht immer allen Recht machen wollen", moniert Thormählen. Der Ingenieur hat die Schnauze voll von der Politik. Er beklagt das Zuviel an Taktik, List, Manipulation, Getrickse und Unaufrichtigkeit. 

Thormählen: Erst seit sieben Jahren mischt er in der FDP mit. Die Kreisstraße 22, der Streit um den Sportplatzbau, das Neubaugebiet Tornesch-Ost - Thormählen setzte Akzente, wurde schnell zum Zugpferd der Liberalen. Nicht alle konnten oder wollten seinem Tempo folgen. 

"Ich bedauere diese Entscheidung", sagt Fraktionschefin Eßler. Thormählen habe inhaltlich hervorragende Arbeit geleistet. Eßler verschweigt aber nicht, wo das Hauptproblem liegt: Thormählen sei eine starke Persönlichkeit, die Widerstand und Widerspruch nur schwer annehmen könne. "Es ist mein Los, dass ich jetzt im Kreuzfeuer der Kritik stehe. Aber ich habe die Rückendeckung der Fraktion", betont Eßler. 

Die hat sie in der Tat: In der Fraktion gab es eine Abstimmung. Thormählen wäre bereit gewesen, die Kündigung zurückzunehmen, wenn die FDP-Kollegen ihm den Rücken stärken. Sie wandten sich von ihm ab - mit deutlicher Mehrheit. Eßler hatte vorab angekündigt, sich der Stimme zu enthalten, um keinen Druck auf die Fraktion auszuüben. 

Der Streit in der FDP schwelte seit Monaten. Mehrfach hatte Eßler angeboten, für Thormählen auf den Fraktionsvorsitz zu verzichten. "Das hat er aber abgelehnt", erklärt Eßler. Hinter den Kulissen wurde noch versucht, das Zerwürfnis zu kitten - von einer neutralen Person. Der Versuch scheiterte. Thormählens Nachfolge ist bereits geregelt. Frank Schöndienst wird in den Rat nachrücken. Und Thormählen? "Ich werde einigen Gruppierungen in Tornesch auf deren Wunsch als Berater erhalten bleiben."