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FDP Tornesch

27.01.2010

"Jamaika" spart: Jetzt tut’s richtig weh


27. Januar 2010 | 00:20 Uhr | von Christian Brameshuber

TORNESCH. Es trifft sie alle: Die Alten, die Jungen, die Feuerwehr, die Sportler. "Jamaika" spart - und das tut richtig weh. "Wir müssen die Durststrecke überwinden und 2010 massiv kürzen", sagte CDU-Mann Joachim Reetz am Montagabend in der Sitzung des Finanzausschusses. CDU, FDP und Grüne haben ihre gemeinsame Streichliste vorgelegt. Unterm Strich sollen zirka 670 000 Euro für den Haushalt 2010 eingespart werden. Und die SPD? Die zerpflückte das "jamaikanische" Streichorchester: unausgegoren und teilweise kontraproduktiv lautete das sozialdemokratische Urteil. Eigene Spar-Vorschläge der Genossen? Fehlanzeige.

1,3 Millionen Euro Defizit in 2009. 841 000 Euro Minus in 2010 eingeplant. 3,1 Millionen Euro Schulden hat die Stadt. Hinzu kommen die langfristigen Verbindlichkeiten bei den Eigenbetrieben: 3,4 Millionen Euro bei der Grundstücksgesellschaft, 7,4 Millionen Euro beim Abwasserverband, 22 Millionen Euro beim Schulzweckverband Tornesch-Uetersen. Dass die goldenen Zeiten auch in Tornesch längst vorbei sind, haben auch die größten Optimisten registriert. 

"Jamaika" will die "Verschuldungstendenz" jetzt stoppen. Die wichtigsten Sparvorschläge im Überblick: 

Das Jugendzentrum: Soll mit 75 000 Euro weniger auskommen. "Das geht nur, wenn das Angebot massiv reduziert wird", warnte Sozialamtschefin Sabine Kählert. Das maximale Einsparvolumen liege bei 48 000 Euro. "Das geht zu Lasten der Kinder. Ein falsches Signal", kritisierte Artur Rieck (SPD). 

Müllbeseitigung: 25 000 Euro einsparen: Konsequenz laut Bauamtschef Rainer Lutz - die über 100 Mülleimer im Stadtgebiet könnten nicht mehr so oft geleert werden. Auf den Spielplätzen seien die Bauhofmitarbeiter aus Sicherheitsgründen bisher sogar täglich im Einsatz. "Tornesch ist sauber. Müllhaufen sind magnetisch", mahnte auch Bürgermeister Roland Krügel (CDU).

Unterhaltung:Einmalig um 358 000 Euro kürzen. "Das geht an die Substanz. Für die Straßen machen wir schon jetzt zu wenig", kritisierte Rieck. "Wir haben ein hohes Niveau. Das ist ein Jahr zu verkraften", widersprach der Bürgermeister. 

Pflege der Grünanlagen: 100 000 Euro sparen. Auftragsvergaben an Fremdfirmen sollen deutlich reduziert, der städtische Bauhof soll stärker eingespannt werden. 

Sportförderung: 11 400 Euro sollen beim Erwachsenensport gekürzt werden. Konsequenz: Die Vereine werden die Beiträge erhöhen müssen.

Feuerwehr: Um 6000 Euro kürzen. Konsequenz: Weniger Geld für Veranstaltungen und Ausflüge. 

Altentagesstätte: 19 500 Euro sparen. Konsequenz: keine neue Küche, keine neuen Stühle. 

Bekanntmachungen:17000 Euro einsparen. Konsequenz: Veröffentlichung nur noch im Internet.

25 000 Euro bei Unterhaltung und 11 300 Euro bei Instandsetzung des Sportlerheims sparen. 

Die Sparliste wird nun in den Haushaltsplan eingearbeitet - gegen den Willen der SPD.